PiPoPa - PIchlers POlitische PanikAttacken

Was mich auf dieser Welt zur Weißglut treibt, was mich auf der anderen Seite zu meiner eigenen Verwunderung kalt läßt, das ist ein unerklärliches Fänomen meiner Subjektivität.
An dieser Stelle werde ich mich in unregelmäßigen Abständen satirisch bis unflätig über die verschiedensten Dinge und Ereignisse auslassen
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3. 4. 2013

Es ist kalt. Es hört nicht mehr auf. Wir haben den 2. April, und jeden zweiten Tag schaue ich in der Früh beim Fenster hinaus und sehe die Weiße Scheiße. In dicken Eiterbatzen klatscht sie vom Himmel, meine Nase ist verlegt, die Berge sind in Nebelwolken gehüllt, und jeden Abend kommen die Meldungen von Lawinentoten. Ausnahmezustand.

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An besonders kalten Wintertagen pflege ich mich damit zu trösten, dass wenigstens wieder eine Menge Stechmückenlarven abfrieren. Es ist ja auch nicht eben beruhigend, wenn es den ganzen Winter über nicht richtig kalt wird, da wird man mit der Nase auf den Klimawandel gestoßen.

Aber jetzt könnte es normal wechselhaft sein, Aprilwetter halt. Aber nix. Vor Mitte des Monats (!) ist „kein echter Frühling“ zu erwarten. Mich haut das echt nieder.

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Ich halte das wahrscheinlich schlechter aus als viele andere Menschen. Ich werde richtiggehend depressiv davon. Ich war im Dezember auf den Azoren und im Februar in Tansania, ich kann jetzt nicht schon wieder flüchten, habe ja auch meine Arbeit zu absolvieren. Ich möchte wenigstens laufen gehen können, ohne mir dabei Husten zu holen – ja gut, das mit dem Feinstaub in Graz steht auf einem anderen Blatt. Oder auch nicht – hier wie dort gesundheitliche Beeinträchtigungen durch die menschliche Gier und Verstocktheit.

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Wir haben uns vom Klimawandel verschämt erhofft, dass es wenigstens ein bißchen mediterraner wird bei uns, wenn wir schon sonst sämtliche Nachteile in Kauf nehmen müssen. Aber nix da, auch diese Kälteperiode verdanken wir angeblich der globalen Erwärmung.

Und weil ich mich gar so machtlos und ausgeliefert fühle gegenüber dem Faschistenwetter (mit diesem Ausdruck konnte ich als Achtzehnjähriger meinen Vater zur Weißglut treiben), überlege ich, wen ich dafür beschuldigen könnte. So entstehen Verschwörungstheorien.

Na, dann gehen wir mal auf die Webside http://www.chemtrails-info.de - Wolkenbildung, Absinken der Temperaturen um ca. 7 Grad – da haben wir’s doch schon:

 

"Während des Nato-Kosovo-Angriffs im Frühjahr 1999 herrschten über Serbien wochenlang außergewöhnliche Wetterbedingungen. Wettersatelliten vermeldeten über ganz Europa weitgehend klare Verhältnisse, derweil Serbien alleine in einer Weise von Wolken zugehüllt war, dass auf den Satellitenfotos förmlich die Grenzen des Landes nachgezogen werden konnten! Begleitet war das Wetterphänomen gemäß zahllosen Zeugen von einer persistierenden Trockenheit, die am Ende der Nato-Kampagne einer regelrechten Dürre Platz machte.

Auch der Klimafall Nordkorea lässt in diesem Zusammenhang aufhorchen: Dort herrschten ebenfalls während mehrerer aufeinander folgender Jahre zur Jahrtausendwende verheerende Dürreperioden. Diese führten in dem kommunistischen Land zu den bekannten, Regime-destabilisierenden Hungersnöten - einem 'Naturereignis', das sich in keinem einzigen der Nachbarländer - Südkorea etwa - auch nur ansatzweise wiederholt hätte!"

 

Da haben wir also den Salat (eigentlich: wir haben deswegen keinen)! Die Chemtrails also, jene Pseudo-Kondensstreifen am Himmel, die als billige, aber verheerende Maßnahme gegen den Klimawandel in der Luft abgesetzt werden...

Dämmert es langsam? Jetzt, wo der kleine Kim Jong-un das Wetter wieder unter Kontrolle hat und sein Volk dazu, da schlägt er massiv zurück. Zum Zweck des Tarnens und Täuschens stößt er absurde Atomdrohungen gegen die USA aus – und in Wirklichkeit überzieht er Europa mit Scheißwetter. Die Baumärkte stöhnen schon. Normalerweise sollten um diese Zeit in Österreich schon zwei Millionen Balkonprimeln über den Ladentisch gegangen sein, heuer sind es kaum zehn Prozent davon.

Und Sie haben über meinen Ausdruck „Faschistenwetter“ gelacht!

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Das dumme ist: ich bin ganz gewiß nicht der erste, der die ekelerregende Wetterlage mit einer Verschwörungstheorie erklärt. Und wer kann sie völlig von der Hand weisen? In Zeiten, wo rücksichts- und verantwortungslos mit der Natur umgegangen wird und Verschweigen das neue Informieren ist, trifft der alte Sponti-Spruch voll ins Schwarze:

„Dass du nicht paranoid bist, heißt noch lange nicht, dass du nicht verfolgt wirst.“

 

 

17. 3. 2013

Liebe Muslime in Graz,

jetzt muß ich in der Kleinen Zeitung lesen, daß ihr dabei seid, zwei Moscheen in Graz zu bauen, eine bosnische und eine türkische.

Jetzt ist es ja nicht so, daß ich irgend was gegen Menschen anderer Herkunft, Sprache oder Religion habe, ganz im Gegenteil.

Aber – da wird, wie die Zeitung schreibt, „die Bevölkerung“ (mit V wie Vaschisten oder VPÖ) schon recht beunruhigt.

Deswegen mach ich euch einen anderen Forschlag:

Ihr baut die Moscheen nicht – nein, Augenblick, laßt mich bitte ausreden!

- und die Christen reißen dafür ihre provokanten Kirchen ab.

Na gut, manche könnte man ja umwidmen und für was anderes verwenden. Säkularisieren heißt der Fachausdruck. Oder zu deutsch ent-weihen. Da würde ich gerne mithelfen. Also, den Dom z. B. würde ich nicht ganz abreißen, weil der bringt ja doch touristische Devisen.

Aber zum Beispiel statt dieser protzig-klotzigen neurotischen ... äh, neuGotischen Herz-Jesu-Kirche wärs doch wirklich gescheiter, wieder freien Blick auf den Ruckerlberg zu haben.

Überlegt euch mein Angebot gut. Ihr lukriert ja, wenn die Mitteilung stimmt, das Geld von euren Mitbürgern, die ja großteils nicht wirklich zu den Bestverdienern in Graz zählen. Die könnten ihre Marie ja auch besser verwenden, z. B. für Bildung, Sport oder Kultur.

So wie der österreichische Staat das Geld, das er den christlichen Kirchen reinschieben muß, auch sehr dringend anderswo verwenden könnte, z. B. im Sozialbereich oder Umweltschutz.

Das wäre die erste wirklich sinnvolle Sparmaßnahme – wir sparen uns etliche Sparpakete damit.

Und unsre Künstler würden in ihrer wohlverdienten Morgenruhe weder von übersteuerten Muezzinen noch von blechern scheppernden Kirchenglocken gestört.

Okay – schlagt ihr ein?

Mit einem grenzüberschreitenden „Friede den Hütten – Krieg den Palästen“

Euer Simon Pichler